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Vorkehrungen und Maßnahmen wegen der Gefahrenquellen Niederschläge und Hochwasser (TRAS 310)Technische Regel Anlagensicherheit 310 von der Kommission für Anlagensicherheit

Wasserkraftwerk(leer)

Beschreibung

Die Technische Regel Anlagensicherheit 310 gilt für Betriebsbereiche, in denen gefährliche Stoffe in höheren Mengen vorhanden sind, und bei denen durch extreme Niederschläge, Überflutungen oder Hochwasser diese freigesetzt werden, in Brand geraten oder explodieren können. Aufgrund einer möglichen Zunahme der Häufigkeit solcher auslösenden natürlichen Ereignisse oder deren Intensität durch den Klimawandel wurden die Anforderungen in der Regel daran angepasst entwickelt. Die TRAS 310 konkretisiert die Eigenverantwortung von Betreibern von Betriebsbereichen, die unter die Störfall-Verordnung (StörfallV) fallen, und gibt Empfehlungen bezüglich sonstiger Anlagen im Geltungsbereich des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG ).

Die TRAS konkretisiert die Pflichten von Betreibern der genannten Betriebsbereiche:

  • Die Betreiber sind verpflichtet vorbeugend Vorkehrungen zur Verhinderung von Störfällen und Maßnahmen zur Begrenzung der Auswirkungen bei dennoch eintretenden Störfällen zu ergreifen. Dies gilt auch für mögliche Störfälle aufgrund natürlicher Gefahrenquellen.
  • Den Herausforderungen des Klimawandels müssen sich auch die betroffenen Betreiber stellen und für angemessene Schutzmaßnahmen gegen Niederschläge, Hochwasser bzw. Überflutung sorgen und ggf. vorhandene Vorkehrungen und Maßnahmen an die veränderten und sich verändernden Bedingungen anpassen.
  • Betreibern von Betriebsbereichen erwachsen hieraus auch gewisse Informationssammlungspflichten mit spezifischem Bezug zu Häufigkeit und Intensität von natürlichen Gefahrenquellen einschließlich möglicher Folgen des Klimawandels.
  • Im Sinne einer pragmatischen Vorgehensweise wird in dieser TRAS die grundsätzliche Anwendung eines „Klimaanpassungsfaktors“ empfohlen. So sollen auf die für das Jahr 2010 anzusetzenden Intensitäten von auslösenden Ereignissen ein Faktor von 1,2 angewandt werden, um mögliche Änderungen bis 2050 zu berücksichtigen.

Zielgruppe

Die TRAS richtet sich insbesondere an Anlagenbetreiber, Behörden und Gutachter/Sachverständige, die sich mit Betriebsbereichen bzw. Anlagen im Anwendungsbereich der Störfall-Verordnung befassen. Es wird empfohlen, diese TRAS aber auch auf alle übrigen immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen Anlagen anzuwenden, bei denen die Gefahr der Freisetzung, des Brandes oder der Explosion gefährlicher Stoffen besteht. Zum Verständnis sind entsprechendes Fachwissen und ggf. juristische Kenntnisse erforderlich.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Da sich der allgemeine Kenntnisstand über die vom Klimawandel beeinflussten Gefahrenquellen Überflutung, Hochwasser und Niederschläge weiterentwickelt hat, wurden die Betreiberpflichten bzgl. dieser Gefahrenquellen durch die technische Regel für die Anlagensicherheit (TRAS) 310 konkretisiert. Die Kommission für Anlagensicherheit (KAS) beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit (BMU) hat hierzu die bisherigen Sicherheitsanforderungen und das Sicherheitsmanagement entsprechend des wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts überprüft und in der Technischen Regel konkretisiert. Als wissenschaftliche Grundlagen eingeflossen sind dabei etwa IPCC-Berichte, Studien und Szenarien von Klimaforschungsinstituten sowie wissenschaftliche Untersuchungen im Auftrag des UBA.

Kategorie

Praktische Arbeitshilfe

Herausgeber

  • Titel Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • 11055 Berlin
  • Land Deutschland

Fachliche Ansprechperson

Relevante Klimavariablen

Erscheinungsdatum

2012

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